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Konstruktion und Materialien
Ein Haus besteht nicht nur aus Wänden und Dach, sondern aus vielschichtigen Knoten, in denen jede Schicht ihre Aufgabe erfüllt: Last tragen, Wärme halten, Feuchte fernhalten. Sehen wir uns die zentralen Konstruktionen im Schnitt an.
Eine heutige Wand oder ein Dach ist fast nie einschichtig. Es ist ein Aufbau aus mehreren Schichten, und ihre Reihenfolge ist entscheidend: vertauscht man Dampfbremse und Dämmung, sammelt sich Feuchte in der Konstruktion. Das Verständnis des Schichtprinzips ist der Schlüssel zu allen Knoten des Hauses.
Aufbau der Außenwand
Von innen nach außen verläuft eine gedämmte Wand typischerweise so: Innenausbau, tragende Wand, Dampfbremse, Dämmung, Wind- und Feuchteschutz (Unterspannbahn), Hinterlüftung und Fassade.
Das Grundprinzip - die Wand muss nach außen «austrocknen» können. Deshalb liegt die Dampfbremse auf der warmen Seite, während man der Feuchte auf der kalten Seite über die Hinterlüftung einen Weg nach draußen lässt.
Dämmung und Taupunkt
Die Dämmung hält die Wärme, doch mit ihr entsteht in der Konstruktion eine Zone, in der warme feuchte Luft auf Kälte trifft - der Taupunkt. Liegt er in der tragenden Wand, durchfeuchtet diese. Ein korrekter Aufbau verlagert den Taupunkt in die Dämmschicht, und die Dampfbremse verhindert, dass feuchte Raumluft die kalten Schichten erreicht.
Decken
Geschossdecken trennen die Etagen und tragen die Last von Möbeln, Menschen und darüberliegenden Wänden. Es gibt Holzbalkendecken (leicht, für Holz- und Holzrahmenhäuser), monolithische Stahlbetondecken (fest, für Steinhäuser) und Fertigteildecken aus Platten. Die Wahl hängt von der Bauweise und der Spannweite ab - dem Abstand zwischen den Auflagern.
Dach: Sparren und Aufbau
Der tragende Teil des Daches ist der Dachstuhl: Die Sparren ruhen auf der Fußpfette und treffen sich am First, mitunter durch einen Kehlbalken verbunden. Darüber wird der Dachaufbau gefügt.
Beim gedämmten («warmen») Dach verlaufen die Schichten so: Dampfbremse, Dämmung, Unterspannbahn, Konterlattung mit Lüftungsebene, Lattung und die Deckung selbst. Die Lüftungsebene lässt den Dachraum abtrocknen.
Fenster und thermische Hülle
Fenster sind die thermisch «schwächsten» Stellen der Wand, daher zählen ihre Kennwerte: Anzahl der Kammern, Wärmeschutzbeschichtung, Edelgasfüllung. Ebenso wichtig sind der korrekte Einbau in der warmen Ebene und der saubere Anschluss - durch Fugen rund um den Rahmen geht viel Wärme verloren, selbst wenn das Fenster selbst gut ist.
| Schicht | Aufgabe |
|---|---|
| Tragschicht | Nimmt Last auf und leitet sie weiter |
| Dampfbremse | Hält feuchte Raumluft aus der Dämmung |
| Dämmung | Hält Wärme, verlagert den Taupunkt nach außen |
| Unterspannbahn | Schützt vor Wind und Außenfeuchte, lässt Dampf durch |
| Hinterlüftung | Lässt die Konstruktion abtrocknen |
| Fassade/Deckung | Schützt und gestaltet Fassade oder Dach |
Ein Prinzip für alle Knoten
Wand, Dach und Bodenplatte folgen derselben Logik: Tragschicht, Wärme, Feuchteschutz, Lüftung, Bekleidung. Wer Reihenfolge und Sinn kennt, liest jeden Knoten des Hauses mühelos.