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Bauphasen
Ein Hausbau ist eine strenge Abfolge: jede Phase baut auf der vorigen auf und deckt sie ab. Wer den Ablauf versteht, erkennt, was bereits getan ist und was in den Konstruktionen verborgen liegt.
Ein Haus entsteht von unten nach oben und von innen nach außen - vom Lasttragenden hin zum bloß Schmückenden. Die Reihenfolge zu missachten heißt fast immer, nachzuarbeiten: Rohre lassen sich nicht nach dem Estrich verlegen und eine Wand nicht nach dem Endanstrich dämmen. Hier die typische Kette der Phasen vom leeren Grundstück bis zum bezugsfertigen Haus.
- Planung und Vorbereitung Architektur und Tragwerk, Einbindung ins Grundstück, Baugrundgutachten. Auf dem Papier irrt man günstiger als im Beton.
- Fundament Erdarbeiten, Schalung, Bewehrung, Betonage und Erhärtung. Die Gründung passend zu Baugrund und Hausgewicht.
- Rohbau (Wände und Decken) Errichten der tragenden Wände in der gewählten Bauweise und Herstellen der Geschossdecken. Das Volumen des Hauses entsteht.
- Dach Dachstuhl und Dacheindeckung. Ab jetzt ist das Haus «unter Dach» und vor Niederschlag geschützt - innen kann gearbeitet werden.
- Fenster und Außentüren Sie schließen die thermische Hülle. Das Haus ist nun wind- und feuchtedicht, innen lassen sich stabile Bedingungen halten.
- Haustechnik Rohinstallation von Strom, Wasser, Abwasser, Heizung und Lüftung - solange die Wände offen sind und sich alles leicht verbergen lässt.
- Dämmung und Rohausbau Normgerechte Dämmung, Estrich, Putz, Ausgleich der Flächen. Das Haus erreicht die Stufe «ausbaufertig».
- Innenausbau Böden, Wände, Decken, Fliesen, Innentüren, Montage von Sanitär und Elektroinstallation.
- Inbetriebnahme und Übergabe Start von Heizung und Lüftung, Prüfung der Leitungen, Beseitigung von Mängeln. Das Haus ist bezugsfertig.
Warum die Reihenfolge genau so ist
Die Logik ist einfach: zuerst das, was Last trägt und das Haus vor Wetter schützt, dann das, was sich in den Konstruktionen verbirgt, und erst am Ende das, was sichtbar und leicht beschädigt ist. Das Dach kommt vor dem Ausbau, damit es innen trocken bleibt; die Leitungen vor dem Putz, damit man fertige Wände nicht aufstemmt; die Heizung zuletzt, wenn die Hülle bereits geschlossen ist.
«Verdeckte Arbeiten» prüft man vor dem Schließen
Bewehrung des Fundaments, Verlegung der Leitungen, Knoten von Dampfbremse und Dämmung werden geprüft und dokumentiert (etwa fotografiert), bevor sie zugedeckt werden. Danach kommt man nur durch Aufstemmen des Ausbaus heran - das ist langwierig und teuer.
Auch die Jahreszeit zählt
Beton- und «Nass»-Arbeiten mögen Plusgrade, Dach und Hülle versucht man vor dem Winter zu schließen, und der Ausbau läuft im bereits warmen Haus. Deshalb passt man die realen Phasenzeiten oft an die Jahreszeit an.